Kurkuma mit Piperin: Was bewirkt der Pfeffer-Extrakt?

piperin

Hast Du Dir Kurkuma-Präparate schon mal genauer angesehen? Und hast Du dabei vielleicht festgestellt, dass viele von ihnen nicht nur Curcumin – den Wirkstoff in Kurkuma – sondern auch Piperin enthalten?

Was ist Piperin? Warum findest Du es oft zusammen mit Kurkuma? Und vor allem: Warum ist es keine so gute Idee, Präparate mit Piperin zu verwenden? Wir zeigen Dir, auf was Du unbedingt achten solltest, wie Du die maximale Wirkung aus Deinem Kurkuma herausholen kannst und auch, wie Du am besten mit Piperin umgehst.

Was ist Piperin?

Schwarzer, weißer, grüner und roter Pfeffer stammen alle von derselben Pflanze: Piper nigrum, dem echten Pfeffer oder Pfefferstrauch. Pfeffer wird oft als das meist gehandelte Gewürz der Welt bezeichnet und findet sich in den unterschiedlichsten Kulturen wieder.

was ist piperin

Die unterschiedlichen Farben entstehen je nach Erntezeitpunkt der Früchte und ihrer Weiterverarbeitung. Echter roter Pfeffer ist dabei allerdings sehr selten im Handel zu bekommen – was Du in der typischen bunten Pfeffermischung als rote Farbtupfer beigemischt findest, ist normalerweise die Frucht des Brasilianischen Pfefferbaums, auch Weihnachtsbeere genannt.

Die Früchte des Pfefferstrauches enthalten den Scharfstoff Piperin, ein sogenanntes Alkaloid. Das sind natürliche Verbindungen, die Du in vielen verschiedenen Pflanzen findest und manchmal in Tieren, dort allerdings meistens als Nervengifte. Alkaloide kommen in diversen Sorten und Arten vor. Coffein, Morphin, Solanin (der Stoff, der die grünen Teile der Kartoffel giftig macht) und Nikotin sind zum Beispiel bekannte Alkaloide.

Das klingt jetzt erst einmal nicht sehr erfreulich – Nervengifte, Schmerzstiller und Süchtigmacher?

Welche positive Wirkung hat Piperin?

Zum Glück gilt auch hier: Die Menge macht das Gift. Wenn Du also Dein Essen mit einer Prise Pfeffer würzt, profitierst Du von einigen positiven Wirkungen, die Piperin mit sich bringt.

piperin wirkung

  • Zum Beispiel regt es die Verdauung an, indem es für mehr Speichel und Magensaft sorgt.
  • Manchmal findest Du es auch als Stimmungsaufheller, was an seiner antidepressiven Wirkung liegt.
  • Piperin hat außerdem Einfluss auf Nervenzellen und die Spaltung von Dopamin (ein Botenstoff im zentralen Nervensystem), weshalb sein Einsatz in der Bekämpfung von Parkinson erforscht wird.

Daneben soll es schleimlösend und entzündungshemmend sein. Insbesondere an letzterer Eigenschaft scheiden sich allerdings die Geister.

Piperin als Wirkverstärker

Deutlich durch Studien erwiesen ist dagegen, dass Piperin als Wirkverstärker auftritt. Das bedeutet, Piperin kann die sogenannte Bioverfügbarkeit eines Stoffes erhöhen.

Die Bioverfügbarkeit ist der Wert, der angibt, wie viel von einem Stoff vom Körper tatsächlich verwertet wird. Manchmal findest Du für Wirkverstärker deshalb auch die Bezeichnung „Bioenhancer“, vom Englischen „bioavailability“ (Bioverfügbarkeit) und „enhancer“ (Verstärker).

Piperin gilt bis heute als einer der wirksamsten Bioenhancer und tritt besonders häufig in Kombination mit Kurkuma auf. Hier liest Du, warum das so ist:

Kurkuma - Wundermittel ohne Wirkung?

Kurkuma ist dieser Tage wortwörtlich in aller Munde. Sei es Goldene Milch, Goldener Honig oder die allseits beliebte Indische Küche.

Hauptwirkstoff von Kurkuma ist Curcumin, ein pflanzlicher Wirkstoff, dem nichts geringeres als Superheldenkräfte zugesprochen werden!

kurkuma piperin

Studien zeigen, dass Curcumin unter anderem Entzündungen hemmt, Gelenkschmerzen lindert, den Stoffwechsel anregt und den Alterungsprozess verlangsamt. Es unterstützt außerdem die Verdauung und zeigt sich positiv beim Zellteilungsprozess. Ein wahrer Alleskönner also! Insbesondere wegen seiner Wirkung auf Zellen wird Curcumin sogar im Kampf gegen Tumore und Krebszellen eingesetzt. Es zeigte sich dabei selbst bei solchen Krebspatienten als wirksam, die auf eine konventionelle Chemotherapie nicht ansprachen!

Curcumin kann im Grunde nicht überdosiert werden. Wenn Du allerdings eine Lebererkrankung, Gallensteine oder eine empfindliche Magenschleimhaut hast, solltest Du vor der Einnahme von Curcumin Rücksprache mit Deinem Arzt halten.

Zu früh gefreut?

Hier kommt das große "Aber": Curcumin wirkt sich zwar positiv auf Deinen Körper aus, kann von diesem aber nur schwer aufgenommen werden. Tatsächlich kann Dein Körper Curcumin derart schlecht aufnehmen, dass dessen Bioverfügbarkeit (siehe oben) mit gerade einmal 1% angegeben wird! Der Rest wird vom Körper ungenutzt wieder ausgeschieden.

Kurkuma mit Pfeffer - eine scharfe Mischung

curcumin piperin

Genau da kommt deshalb Piperin ins Spiel. In Verbindung mit Curcumin bewirkt Piperin als Wirkverstärker und Transporthelfer eine etwa sechs- bis zwanzigfache Erhöhung des Curcumins im Blut und hilft dem Körper bei der Curcumin-Aufnahme und -Verwertung. Deshalb wird Curcumin-Präparaten sehr oft Piperin beigemischt.

Auf erste Sicht sieht das nach einer guten Idee aus, aber das ist leider zu kurz gedacht.

Mit Vorsicht zu genießen! - Piperin Nebenwirkungen

Der Effekt von Piperin hält leider nur kurzfristig an und sinkt schnell wieder ab. Hinzu kommen einige Nebenwirkungen, die Piperin mit sich bringt.

So bekämpft Piperin zum Beispiel in geringen Dosen sogenannte freie Radikale im Körper. Das sind Sauerstoffverbindungen oder -moleküle, die in Deinem Körper umher sausen und Schäden an vielen verschiedenen Stellen anrichten können, indem sie anderen Atomen oder Molekülen Elektronen entreißen.

In hohen Dosen verursacht Piperin allerdings genau solche freien Radikale und kann dadurch zu den Auslösern von Krebs gezählt werden!

Piperin hemmt außerdem verschiedene Enzyme in der Leber, die für die Entgiftung zuständig sind. Menschen mit Leberschäden oder Lebererkrankungen sollten also auf piperinhaltige Lebensmittel verzichten.

Auch Schwangere und Stillende sollten von Piperin grundsätzlich besser die Finger lassen, hauptsächlich da in diesen Fällen noch keine ausreichenden Studien über mögliche Wirkungen oder Nebenwirkungen von Piperin vorliegen.

piperin nebenwirkungen

Teilweise werden Medikamente bei gleichzeitiger Einnahme von Piperin in ihrer Wirksamkeit herabgesetzt oder aber verstärkt und dadurch entweder unter- oder überdosiert.

Ein weiterer Nachteil von Piperin: Es kann nicht nur die Wirkungen von Medikamenten erhöhen, sondern auch die Nebenwirkungen. Insbesondere in Behandlungsmethoden mit drastischen Nebenwirkungen, wie zum Beispiel einer Krebstherapie, ist das ganz sicher nicht wünschenswert!

Kurkuma mit Piperin – keine gute Idee

Für eine kurzfristige Einnahme und nach Rücksprache mit Deinem Arzt kannst Du auf Kurkuma Piperin Präparate zurückgreifen. Für eine langfristige Versorgung Deines Körpers mit Curcumin und insbesondere wenn Du Medikamente oder weitere andere Präparate einnimmst, kann Dir Piperin aber mehr schaden als nutzen.

Was kannst Du also tun, wenn Du Dir die positiven Wirkungen von Curcumin erschließen, die Risiken von Piperin aber umgehen willst?

Alternativen zu Curcumin Piperin Präparaten

Grundsätzlich gibt es gegen die Mischung aus Kurkuma und Pfeffer nichts einzuwenden – im Gegenteil: Durch das Piperin ist das Curcumin im Kurkuma zumindest für eine kurze Zeit dem Körper besser verfügbar.

kurkuma mit pfeffer

Allerdings sprechen wir hier von Mengen wie in einem Tikka Masala beim Inder Deines Vertrauens. In Mitteln der Nahrungsergänzung und in Präparaten findest Du ganz andere Werte – und Mengen, die für eine Daueraufnahme nicht geeignet sind.

Curcumin alleine ist für den Körper nur sehr schlecht verwertbar. Piperin als bekanntester Wirkverstärker solltest Du aber nur in geringen Mengen und nicht über längere Zeit hinweg einnehmen. Welche Alternativen gibt es also?

Natürliche Wirkverstärker

Zwei weitere Wirkverstärker für Curcumin sind Sesamin, das in Sesam enthalten ist, und Öl. Letzteres kann die Wirkung von Curcumin erhöhen, da Curcumin fettlöslich ist.

piperin alternative sesam öl

Eine Zugabe von Fett – egal ob Öl, Butter oder andere Fette – kann sich also verstärkend auf die Bioverfügbarkeit von Curcumin auswirken.

Es liegen noch keine ausreichenden Studien dazu vor, wie erfolgreich oder dauerhaft hierdurch Curcumin vom Körper aufgenommen werden kann. So weit man bislang weiß, hält leider auch dieser Effekt nicht lange an und die Wirkverstärkung erfolgt nur in geringem Ausmaß.

Die Wissenschaft hilft: Mizellierung

Mehr und mehr Studien untersuchen daher die neueste Methode der Wirkverstärkung: Mizellierung.

piperin vs mizellen kurkuma

Das kannst Du Dir so vorstellen:

  • Wenn Du versuchst, Wasser und Öl zu mischen, stellst Du fest, dass sich das Öl als Tropfen im Wasser absetzt und nicht darin auflöst.
  • Ähnliches passiert mit dem fettlöslichen Curcumin in Deinem Körper, weshalb das meiste davon unangetastet wieder ausgeschieden wird.

Mit Hilfe der Mizellierung werden die einzelnen Curcumin-Teilchen quasi wasserlöslich ummantelt – und plötzlich kannst Du Wasser und Öl mischen, oder eben Curcumin in Deinem Körper aufnehmen.

Curcumin bekommt dadurch eine Bioverfügbarkeit von über 99%!

Manchmal werden mizelliertem Curcumin noch Zusatzstoffe beigefügt, hauptsächlich zur Stabilisierung und Verbesserung der Konsistenz. Du solltest daher stets die Liste der Zutaten beachten. Unser mizelliertes Curcumin – die Vita Curcuma Tropfen, sind nicht nur vegan und in Bio-Qualität hergestellt. Die angewandte Mizellen-Technologie ist so weit fortgeschritten, dass es ganz ohne schädliche Zusatzstoffe auskommt.

Kurkuma und schwarzer Pfeffer bleiben in der Küche

Nun weißt Du also, was dran ist, an Kurkuma mit schwarzem Pfeffer:

Piperin, der Hauptwirkstoff und Scharfmacher in Pfeffer, hat einige heilsame Eigenschaften und kann als sogenannter Bioenhancer oder Wirkverstärker eingesetzt werden.

kurkuma und pfeffer

In Verbindung mit Kurkuma tauchen Pfeffer und Piperin sehr häufig auf. Das liegt an der sehr schlechten Bioverfügbarkeit von Curcumin, dem Hauptwirkstoff in Kurkuma, die mit Piperin wortwörtlich aufgepeppt werden soll.

Wirklich gesund ist Piperin allerdings nur in kleinen Mengen. Kommt es in großen Mengen daher – wie zum Beispiel in Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln – ist von Piperin eher abzuraten. Die Nebenwirkungen von Piperin sind einfach zu umfangreich und teilweise unberechenbar.

Alternative Wirkverstärker wie Sesamin und Öl können zwar zum Einsatz kommen, zeigen aber keinen starken und auch keinen langanhaltenden Effekt.

Der beste Weg, Curcumin für den Körper verfügbar zu machen, ist daher die Mizellierung. Diese hebt die Bioverfügbarkeit von Curcumin von 1% auf unglaubliche über 99%! Insbesondere Vita Curcuma von VitaGuru verzichtet dabei gänzlich auf schädliche Zusatzstoffe.

Mit einem solchen mizellierten Curcumin-Präparat an der Hand kannst Du Präparate mit Piperin also guten Gewissens dahin schicken, wo der Pfeffer wächst…

 

Quellen:

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  14. Spektrum: Lexikon der Biologie. Alkaloide.
  15. Krank: Piperin.
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  17. Bundeszentrum für Ernährung: Pfeffer in der Küche.

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